ZEUS – Summer Eventtech Academy

ZEUS – Eventplanning Summer Academy Neue Impulse setzen, Kreativität fördern und Produktivität ankurbeln: Der von ZEUS (Zusammenschluss der Eventtech Unternehmen und Startups) organisierte Satellite Event zum diesjährigen Tech Open Air war für alle Beteiligten ein großer Erfolg. Organisatoren wie Besucher sind mit jeder Menge neuer Ideen und Erkenntnissen nach Hause gegangen. Zwischenzeitlich hörten 25 Gäste den Speakern zu, stellten interessante Fragen und beteiligten sich intensiv. Bei einem wundervollen Blick über Berlin, in einem schicken Berliner Loft und mit ausreichend Verpflegung war die ZEUS – Eventplanning Summer Academy ein gelungener Nachmittag für alle Gründer, Veranstalter und Interessierte.

 

How to create a movement!

Den gelungenen Auftakt schaffte Therese Köhler von heycater! mit ihrem Vortrag über die Erzeugung eines Movements in dem bisher sehr traditionellen Catering-Markt. Für die Gründerin der ersten deutschen Online Catering Plattform heycater! steht die Leidenschaft des Teams für das Produkt an erster Stelle. Besonders bei der Rekrutierung der ersten Mitarbeiter im Anfangsstadium des Startups, legte die Gründerin mit ihrer Geschäftspartnerin Sophie Radtke besonderen Wert auf die Motivation und die Identifikation mit dem Produkt. Denn nur ein hoch motiviertes Team ist in der Lage, aus einer guten Idee ein Produkt zu kreieren, welches im Markt genauso viel Begeisterung hervorruft, wie bei den Ideengebern und Mitarbeitern selbst. Für ein erfolgreiches Produkt bedarf es jedoch nicht nur eine gute Idee und ein tolles Team. Um im Markt langfristig Fuß zu fassen, muss den Kunden ein Mehrwert geboten werden. Noch während ihrer Zeit als Angestellte musste Therese feststellen, wie aufwendig es ist, einen passenden Caterer für eine Veranstaltung zu finden. Aus dieser Problematik heraus entstand die Idee einer Online Plattform für Catering. Dank einfacher Buchung finden Office ManagerInnen und AssistentInnen mit wenigen Klicks bei heycater! das optimale Catering für jeden Anlass. Ein persönlicher Catering Berater steht den Kunden jederzeit für umfangreichere Anfragen zur Verfügung. Zusätzlich zu dem Mehrwert in der Erleichterung der Arbeitsprozesse, bildet heycater! mit seiner Veranstaltungsreihe hey!meetup und dem Foodblog Gastroinferno neben dem Catering Service, eine Community rund um das Thema Catering und qualitativ hochwertigem Essen. Mit diesen Mitteln verstärkt das Startup die interne Identifikation mit dem Produkt, als auch die Bindung der Kunden an das Unternehmen, getreu dem Motto: „A movement needs to live every day!“

The OFFline challenges of ONline businesses

Während Amin Guellil sein Unternehmen uCastMe (UCM) gegründet und gestaltet hat, sind ihm Hürden aufgefallen, an die er und seine Gründungspartner zuvor nie gedacht hatten. In seinem Vortrag gibt Amin einen Einblick in die Herausforderungen, die sich ihm offline gestellt haben, obwohl sein Geschäftsmodell eigentlich als Online-Plattform für Models, Schauspieler und Hostessen angedacht war. Schnell war klar: Die Branche ist zu altmodisch organisiert, um sie mit zu vielen zeitgleichen Neuerungen für sich gewinnen zu können. Also musste UCM zunächst etwas zurückschrauben und den Markt vorbereiten. Aus einer großen Plattform erstellten sie drei Markenauftritte, um jede Branche einzeln zu bespielen und effektive Vertriebsarbeit leisten zu können. Andere prominente Startups weisen ähnliche Vorgehensweisen vor, um in ihrem jeweiligen Segment schneller Akzeptanz zu erreichen. Im Verlauf seines Vortrags zeigt Amin zudem die Vor- und Nachteile von Online- und Offlinevermarktung auf: Der jeweilige Nutzen ist sehr stark davon abhängig, wie sich die Zielgruppe gestaltet und wie das Angebot (Kanal bzw. Medium) aussieht. Offline-Werbung kann sehr teuer sein und der Weg von einem Werbeflyer zum eigentlichen Online-Angebot ist für viele Leute zu weit, weshalb ein großer Teil von Werbematerialien schnell im nächsten Mülleimer landen. Da ist ein Klick auf einen Link oft effektiver und günstiger. Allerdings gilt das nicht immer: Auch Facebook lässt seine Preise beispielsweise stetig steigen und reduziert zudem die effektive Reichweite. Große Aufmerksamkeit widmet er sowohl im Vortrag als auch bei seiner Unternehmensgestaltung den Tücken des deutschen Rechtssystems. Viele Onlineangebote versäumen, sich mit Regulierungen auseinander zu setzen und scheitern schließlich daran. Beispiele aus der Startup-Presse gibt es derzeit mehr als genug. Genau deshalb hat er sich auch für dieses Vortragsthema entschieden: „Man sieht so etwas als Gründer oft selbst nicht. Da ist es gut, wenn man sich austauscht und jemanden auf Herausforderungen, die dich zum Stolpern bringen könnten, schon im Vorfeld hinweist.“ Als Tipp gibt er Tech-Startups außerdem noch mit auf den Weg, dass es im Kontakt abseits des Internets viel leichter ist, Emotionen und Bindungen aufzubauen. Deshalb versucht seine Firma auch die vielen Mitarbeiter, die sich komplett online für die Datenbank registrieren können, auch im wahren Leben bei Castings und Jobs zu treffen und zumindest ein wenig kennen zu lernen.

Barcamp

An diesem Punkt setzt auch Thorben Grosser von EventMobi an: „Wenn Menschen sich treffen, passiert einfach was.“ Der Eventspezialist präsentiert den anwesenden Gästen das Konzept eines Barcamps, was eigentlich weder etwas mit Kneipen noch mit Zelten zu tun hat. Wie viele andere Gründer oder Manager hat Thorben schon zu viel Zeit auf Meetings und Konferenzen in unangenehmer und vor allem uninspirierender Umgebung verbracht und seiner wertvollen Zeit mehr oder weniger beim verpuffen zugeschaut. Um das traditionelle Prinzip mit u-förmiger Tischanordnung und starrem Vortragsprinzip aufzulockern, wurde vor einigen Jahren eine Methode entwickelt, die sich Barcamp nennt: Themen werden spontan entschieden, mehrere Gruppen finden sich parallel zueinander zusammen und Diskussionen sind mehr als erwünscht. Eingeladen wird nur zu einem groben Thema, und zwar am besten an einem unkonventionellen Tagungsort, wie etwa einem Park oder einem Apartment. Dort kann jeder, der über etwas sprechen möchte, sein Thema in einen Zeitplan eintragen und braucht nur an den Panels teilnehmen, die wirklich interessieren. Die jeweiligen Gruppen können sich in separate Räume oder abgeschottete Ecken zurückziehen und loslegen. Ein guter Flow und Interaktivität sind dabei ausschlaggebend und fördern die Kreativität ungemein. Damit am Ende keine Erkenntnisse verloren gehen, empfiehlt es sich, die gesammelten Ideen und Ergebnisse an alle Teilnehmer zu versenden: „Get the data – share the insights.“ Thorben kriegt bei EventMobi, die individuelle Apps für Events und Konferenzen erstellen, tagtäglich die Neuerungen der MICE-Branche mit. Aber auch für Startups, die nicht aus dem Veranstaltungsbereich stammen, sind die Innovationen wichtig, um zum Beispiel Meetings effektiver zu gestalten. Deshalb hat er sich für dieses Thema entschieden und deshalb findet er auch Meetings wie die ZEUS Eventplanning Summer Academy so wichtig.

Trust is everything

Auch Jan Hoffman-Keining von Spacebase greift traditionelle Offline-Kommunikation als Thema für seinen Vortrag auf. Spacebase bieten über ihr Internetportal kreative Konferenzräume auf der ganzen Welt an und sind somit auch Onlineanbieter mit einem Offline-Angebot. Genau wie Amin von UCM haben auch sie schnell festgestellt, dass ein großer Teil ihrer Branche noch nach altmodischen Prinzipien funktioniert. Diese mit aller Gewalt brechen zu wollen funktioniert einfach nicht. Ausschlaggebend ist hierfür eben auch das Stichwort „Vertrauen“. So mühevoll es auch ist: Für Vertrieb und B2B-Marketing ist der persönliche Kontakt in der realen Welt Gold wert. Jan erzählt aus dem Nähkästchen und hat verraten, dass sich bei ihnen erst Erfolg eingestellt hat, als man die Abläufe in der Industrie gelernt hat, als man die Prozessketten verstanden hat und mitspielen konnte. Das bedeutet: Anrufen ist besser als eine E-Mail schreiben und Hingehen ist besser als ein Telefonat. Deshalb hat Spacebase das ganze Team mit Flyern von Büro zu Büro geschickt, deshalb ist man so oft es geht auf Messen vor Ort und spricht mit so vielen Menschen wie möglich und auch deshalb pflegen sie selbst einen sehr engen Kontakt zu den Anbietern auf ihrer Plattform. Im Endeffekt geht es eben um Vertrauen: Erst wenn ich persönlich mit einem Menschen geredet habe, habe ich genug Vertrauen, um sein Angebot in Betracht zu ziehen oder sogar in ihn zu investieren. Dieses Vertrauen muss erstmal aufgebaut werden, bevor man anfangen kann, eingefahrene Prozesse zu verändern.

Mit Zusammenarbeit mehr erreichen

Dominique Hill von wodanaz hat seine eigentlich geplante Powerpoint-Karaoke zum Schluss spontan zu einem lockeren Gespräch umgewandelt und damit die Vorschläge für kreativere Konferenzkonzepte und persönlicheren Kontakt seiner ZEUS-Kollegen direkt umgesetzt. Ziel sowohl von ZEUS als auch vom Satellite Event ist es schließlich gemeinsam Akzente zu setzen, gegenseitigen Austausch zu pflegen und zusammen für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. „Man schenkt Startups nicht so viel Aufmerksamkeit. Verbänden aber hört man in Deutschland zu“, sagt Amin daher auch über den Grund, warum ZEUS so wichtig ist. Und das gleiche gilt auch für so große und großartige Veranstaltungen wie dem Tech Open Air, bei dem sich jedes Jahr Technologieunternehmen präsentieren können und bei zahlreichen Panels und Events neue Ideen entwickeln. Im Zusammenschluss kann schließlich mehr erreicht werden.